Atze ist ein echter Hundeknirps, für den fast alles noch neu ist. Was heute spannend ist, kann morgen kurz gruselig sein – und übermorgen schon ganz selbstverständlich dazugehören.
Atze gehört zu acht Geschwistern, deren Leben gleich zu Beginn an einem seidenen Faden hing. Ihre Mama Novia wurde bei einer Kastrationskampagne in Bologa vorgestellt, ohne dass erwähnt wurde, dass zuhause zehn wenige Tage alte Welpen auf sie angewiesen waren. Erst Stunden später wurden die Babys in einer Kiste gebracht. Novia selbst war völlig entkräftet, stark untergewichtig und dehydriert. Für zehn Welpen reichte ihre Milch nicht aus.
Die Tierschützer fütterten zu und suchten nach einer Lösung. Genau zu diesem Zeitpunkt kam Fiene mit ihren zwei eigenen Welpen zur Kampagne. Sie nahm mehrere von Novias Babys an und zog sie gemeinsam mit ihren eigenen auf. Zwei Geschwister starben trotz aller Bemühungen. Atze und sieben weitere Welpen schafften es – und aus dem winzigen, hilfsbedürftigen Baby wird nun Schritt für Schritt ein junger Hund.
Wie jeder Welpe muss Atze noch vieles lernen. Stubenreinheit, an der Leine laufen, Autofahren, Haushaltsgeräusche, Besucher, Ruhe halten und auch einmal für kurze Zeit alleine bleiben sind keine Dinge, die ein junger Hund automatisch beherrscht. All das sollte kleinschrittig und mit Geduld aufgebaut werden. Ebenso wichtig sind genügend Schlaf und Ruhephasen – ein Welpe muss nicht ständig beschäftigt werden.
Und auch die Pubertät wird irgendwann kommen. Dann kann bereits Gelerntes plötzlich wieder infrage gestellt werden, die Konzentration schwanken und Gerüche oder andere Hunde können auf einmal deutlich interessanter sein als der Mensch am anderen Ende der Leine. Das ist ein normaler Teil der Entwicklung. Liebevolle Konsequenz, klare Strukturen und ein bisschen Humor helfen durch diese Zeit deutlich besser als Druck oder Strafe.
Optisch könnte bei Atze ein Hütehund-Anteil mitgemischt haben. Hütehunde wurden ursprünglich für die enge Zusammenarbeit mit dem Menschen und das selbstständige Kontrollieren und Lenken von Herden gezüchtet. Entsprechend können sie sehr aufmerksame, intelligente und lernfreudige Hunde sein, die ihre Umgebung genau beobachten und Veränderungen schnell wahrnehmen. Je nachdem, welche Gene sich bei Atze tatsächlich zeigen, könnten mit zunehmendem Alter auch eine gewisse Sensibilität gegenüber Umweltreizen, ein ausgeprägter Bewegungsreiz oder hütetypisches Verhalten deutlicher werden.
Für Atze wünschen wir uns daher Menschen, die Freude daran haben, sich mit ihrem Hund zu beschäftigen und ihn sowohl körperlich als auch geistig angemessen auszulasten. Dabei sollte es nicht darum gehen, ständig für Action zu sorgen – gerade bei einem aufmerksamen Hund sind Ruhephasen und das Erlernen von Entspannung ebenso wichtig. Klare, faire Regeln, eine verlässliche Führung und eine Erziehung ohne Härte geben ihm Orientierung und Sicherheit.
Eine positiv arbeitende Hundeschule, gerne mit Erfahrung mit Hütehunden oder deren Mischlingen, kann Atze und seine Menschen auf diesem Weg sinnvoll begleiten. Welche Rassen tatsächlich in ihm stecken und welche Eigenschaften sich später entwickeln werden, lässt sich aufgrund seiner Optik natürlich nicht sicher vorhersagen.
Da Atze noch im Wachstum ist, können wir seine spätere Größe und endgültige Entwicklung nicht zuverlässig vorhersagen. Wer sich für ihn entscheidet, sollte deshalb nicht nur den niedlichen Welpen sehen, sondern auch den erwachsenen Hund, der einmal aus ihm werden wird.
Atze ist gechipt, geimpft, entwurmt und entfloht. Er ist ab Ende Oktober ausreisebereit und reist mit seinem EU-Heimtierausweis. Er wird nach positiver Vorkontrolle und gegen Schutzgebühr vermittelt. Auch über eine geeignete Pflegestelle würden wir uns für ihn freuen.
Vielen Dank an die Namenspatin Michaela, die Atze seinen Namen geschenkt hat.
Stand: 03.10.2026
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