Vielleicht braucht es für Boje nicht den Menschen, der den „einfachsten“ Hund sucht, sondern den, der genau das an ihm schätzt, was ihn besonders macht.
Boje ist ein Herdenschutzhund durch und durch. Ca. 7 Jahre alt, etwa 70 cm groß, beeindruckend in seiner Erscheinung – und ebenso beeindruckend in seiner Persönlichkeit. Er ist selbstbewusst, selbstbestimmt, wachsam und ausgesprochen eigenständig. Boje möchte nicht einfach nur gefallen. Er möchte verstehen, beobachten und selbst entscheiden, ob etwas für ihn gerade Sinn ergibt. Genau das macht ihn zu einem anspruchsvollen Hund – aber auch zu einem unglaublich faszinierenden.
Hat Boje einen Menschen erst einmal in sein Herz geschlossen und Vertrauen aufgebaut, zeigt er eine ganz andere Seite: Dann ist er ein großartiger, loyaler und sehr zugewandter Begleiter. Er genießt die Nähe zu seinen Bezugspersonen, freut sich über ruhige Zuwendung und kann mit den Menschen, denen er vertraut, wunderbar sein.
Aber Boje hat Grenzen – und er zeigt sie. Situationen, die ihm unangenehm sind, ihn nerven oder ihm schlicht zu lange dauern, kommentiert er sehr deutlich. Beim Bürsten beispielsweise kann er unmissverständlich vermitteln: „Das reicht jetzt.“
Wer einen Hund sucht, der alles geduldig über sich ergehen lässt und jederzeit bereitwillig mitmacht, wird mit Boje vermutlich nicht glücklich werden. Wer dagegen bereit ist, seine Körpersprache ernst zu nehmen, seine Grenzen zu respektieren und trotzdem souverän und klar zu führen, kann in Boje einen ganz besonderen Hund finden.
Für Boje braucht es deshalb Menschen mit Herdenschutzhund-Erfahrung, Ruhe, Konsequenz und einem guten Gespür für Hunde. Lautstärke, Druck oder ständige Korrekturen sind nicht sein Ding. Boje braucht Menschen, die ihm Sicherheit geben, ohne ihn ständig kontrollieren zu wollen.
Ein ruhiges, ländliches Zuhause mit gut gesichertem, großzügigem Grundstück ist ein Muss. Trubel und ständig wechselnde Situationen braucht Boje nicht. Er möchte einen festen Rahmen, klare Regeln und Menschen, auf die er sich verlassen kann.
Auch beim Thema Ressourcen ist weiterhin umsichtiges Management gefragt. Futter ist für Boje wichtig, und entsprechend sollte damit ruhig, vorausschauend und selbstverständlich umgegangen werden.
Mit Hündinnen kann Boje sich durchaus anfreunden, Begegnungen und ein mögliches Zusammenleben müssen aber gut begleitet und passend gestaltet werden. Ein Zusammenleben mit einem Rüden sehen wir nicht. Am liebsten wäre Boje vermutlich Einzelprinz und hätte seine Menschen gerne für sich. Kinder sehen wir in einem neuen Zuhause nicht.
Für die erste Zeit in einem neuen Zuhause und bei Aufenthalten draussen gehört ein Maulkorb unbedingt zum verantwortungsvollen Management. Boje kennt ihn, trägt ihn problemlos und akzeptiert ihn ruhig. Er ist kein „Problem“, sondern ein sinnvolles Hilfsmittel, das gerade in der Kennenlernphase Sicherheit für alle Beteiligten schafft.
Boje ist kein Hund für jedermann.
Aber vielleicht genau der Hund für jemanden, der Herdenschutzhunde liebt, ihre Eigenständigkeit zu schätzen weiß und sich auf eine echte Beziehung einlassen möchte. Denn wenn Boje Vertrauen fasst, bekommt man keinen willenlosen Mitläufer – sondern einen charakterstarken, loyalen und ganz besonderen Gefährten.
Boje kann in seiner Pension besucht werden. Wir suchen für ihn entweder eine passende, erfahrene Pflegestelle oder natürlich am liebsten direkt sein endgültiges Zuhause.
Boje ist kastriert, gechipt, geimpft, entwurmt und entfloht. Er zieht nach positiver Vorkontrolle, mit EU-Heimtierausweis und gegen eine Schutzgebühr in sein neues Zuhause.
Herzlichen Dank an Lena N., die Boje seinen Namen und damit eine Identität geschenkt hat.
Danke an Frank R. für die wertvolle monatliche Patenschaft.
Und ein ganz großes Dankeschön an Silke Janssen für die wundervollen Bilder von Boje!
Instagram: @silke_janssen_tierfotografie
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Stand: 09.09.2026















