JULI

JULI

Gemeinsam mit ihrem Bruder Caju wurde die kleine Juli von unserer Tierschützerin Diana gefunden und bei ihr aufgenommen. Seitdem leben die beiden Welpen zusammen in einem Zwinger und werden dort versorgt. Doch auch wenn sie nun in Sicherheit sind, ist das natürlich nicht der Ort, an dem ein junger Hund aufwachsen sollte. Für Juli wünschen wir uns deshalb Menschen, bei denen sie endlich die große Welt kennenlernen darf. 

Während ihr Bruder Caju eher aufgeweckt und mutig unterwegs ist, gehört Juli zu den vorsichtigeren Entdeckerinnen. Sie schaut sich neue Situationen lieber erst einmal in Ruhe an, bevor sie sich traut, selbst aktiv zu werden. Das bedeutet aber keineswegs, dass Juli grundsätzlich ängstlich ist oder sich dauerhaft zurückzieht. Gibt man ihr etwas Zeit und bedrängt sie nicht, taut sie auf und wird zunehmend offener. 

Gerade bei einem so jungen Hund ist es wichtig, diese Zurückhaltung richtig einzuordnen. Juli hat bisher kaum etwas von der Welt außerhalb ihres Zwingers kennengelernt. Vieles, was für einen Familienhund irgendwann selbstverständlich wird, ist für sie noch völlig neu. Dass sie sich zunächst vorsichtig zeigt, ist deshalb gut nachvollziehbar. 

Mit anderen Hunden versteht sich Juli gut und zeigt sich verträglich. Sie lebt aktuell gemeinsam mit ihrem Bruder Caju und einer anderen Zwingergenossin und kennt somit das Zusammenleben mit Artgenossen. Ein souveräner Ersthund könnte ihr im neuen Zuhause durchaus eine schöne Unterstützung sein, ist aber keine Voraussetzung. Katzen wurden bisher nicht getestet. 

Mit ihren etwa vier Monaten ist Juli noch ein richtiger Welpe. Auch wenn sie anfangs etwas zurückhaltender ist, gehören Spielen, Entdecken, Ausprobieren und natürlich jede Menge Schlaf zu dieser Lebensphase dazu. Ihre zukünftigen Menschen sollten ihr die Möglichkeit geben, in ihrem eigenen Tempo neugieriger und selbstbewusster zu werden. 

Da Juli bisher bei Diana im Zwinger lebt, kennt sie den normalen Alltag in einem Haushalt noch nicht. Stubenreinheit, Leinenführigkeit, Alleinbleiben, Autofahren und die vielen Geräusche und Abläufe eines Familienlebens müssen erst einmal gemeinsam mit ihr erarbeitet werden. Dabei kann es natürlich auch passieren, dass ein kleines Missgeschick auf dem Teppich landet oder Juli eine ganz eigene Vorstellung davon entwickelt, wofür Schuhe eigentlich gedacht sind. 

Und während sie all diese Dinge lernt, steht auch schon die nächste spannende Entwicklungsphase bevor: die Pubertät. Dann können Regeln plötzlich wieder hinterfragt und bereits gelernte Signale scheinbar vergessen werden. Mit Geduld, liebevoller Konsequenz und positiver Verstärkung lässt sich aber auch diese Zeit gut gemeinsam meistern. Der Besuch einer positiv arbeitenden Hundeschule wäre für Juli besonders schön, um nicht nur das Hunde-ABC zu lernen, sondern auch in ihrem Selbstvertrauen gestärkt zu werden. 

Besonders wichtig ist uns, dass Julis zukünftige Familie ihre anfängliche Vorsicht respektiert, sie aber gleichzeitig behutsam dabei unterstützt, neue Erfahrungen zu sammeln. Sie sollte weder überfordert noch dauerhaft vor allem Unbekannten abgeschirmt werden. Kleine, positive Erlebnisse und verlässliche Bezugspersonen können ihr helfen, sich nach und nach mehr zuzutrauen. 

Der Umzug nach Deutschland wird für Juli eine große Veränderung sein. Neue Menschen, unbekannte Räume, fremde Geräusche und ein völlig anderer Tagesablauf können anfangs verunsichern. Auch wenn sie bei Diana nach kurzer Zeit auftaut, bedeutet das nicht automatisch, dass sie sich in ihrem neuen Zuhause sofort genauso offen zeigen wird. Ihre Menschen sollten ihr deshalb die nötige Zeit geben, um anzukommen und Vertrauen aufzubauen. 

Für Juli wünschen wir uns liebevolle und geduldige Menschen, die Freude daran haben, einen jungen Hund beim Erwachsenwerden zu begleiten. Menschen, die nicht erwarten, dass sie vom ersten Tag an überall mutig vorangeht, sondern sich auch über die kleinen Schritte freuen. Denn Juli bringt alles mit, um sich zu einer tollen Begleiterin zu entwickeln. Sie braucht nur die Gelegenheit, in ihrem eigenen Tempo die Welt kennenzulernen. 

Juli reist gechipt, geimpft, entwurmt und entfloht mit ihrem EU-Heimtierausweis in ihr neues Zuhause. Altersbedingt ist sie noch nicht kastriert. Nach positiver Vorkontrolle kann sie gegen eine Schutzgebühr vermittelt werden. 

Juli muss nicht die Mutigste sein. Sie braucht nur Menschen, die ihr zeigen, dass sie sich ruhig etwas trauen darf. 

Vielen Dank an Namenspatin Janna und ihre Familie, die Juli ihren Namen geschenkt haben. 

Stand: 15.10.2026