Kokkari ist Vlads Bruder und teilt mit ihm eine Geschichte, die für zwei so junge Hunde kaum trauriger hätte beginnen können. Die beiden wurden auf dem Weg von Maramureș nach Cluj am Straßenrand entdeckt. Sie hielten sich in der Nähe eines großen verendeten Tieres auf, waren völlig abgemagert und voller innerer und äußerer Parasiten. Zwei Hundekinder, die dort ganz offensichtlich nicht hingehörten und dringend Hilfe brauchten.
Ob Kokkari zuvor überhaupt freundliche Berührungen und Nähe zu Menschen kennengelernt hatte, wissen wir nicht. Vielleicht waren ihm Berührungen fremd, vielleicht war er in dieser Situation einfach nur vollkommen verängstigt – ohne vertraute Umgebung und ohne Menschen, an denen er sich orientieren konnte. Heute wird Kokkari als freundlich beschrieben. Er versteht sich sowohl mit anderen Hunden als auch mit Katzen und bringt damit schöne Voraussetzungen für sein weiteres Leben mit.
Kokkari hat keine Rute. Nach den vorliegenden Informationen ist es möglich, dass er bereits so geboren wurde; sicher wissen wir die Ursache jedoch nicht. Für Kokkari selbst macht ihn diese Besonderheit natürlich kein bisschen weniger liebenswert.
Noch ist Kokkari ein junger Hund, der vieles erst kennenlernen muss. Ein Zuhause, Stubenreinheit, Geschirr und Leine, Autofahren, Haushaltsgeräusche, Besucher, Spaziergänge in einer neuen Umgebung, Ruhe halten und später auch einmal für kurze Zeit alleine bleiben – all das gehört zu den Dingen, die nicht automatisch funktionieren müssen. Seine zukünftigen Menschen sollten ihm deshalb Zeit geben und Neues kleinschrittig, freundlich und ohne Druck mit ihm aufbauen.
Und auch die Pubertät gehört zu Kokkari noch dazu. In dieser Zeit kann bereits Gelerntes plötzlich wieder infrage gestellt werden, die Konzentration schwanken und die Umwelt zeitweise wesentlich interessanter sein als der Mensch am anderen Ende der Leine. Das ist ein normaler Teil der Entwicklung und kein Grund, ungeduldig zu werden. Liebevolle Konsequenz, klare Strukturen und eine positiv arbeitende Hundeschule können Kokkari dabei helfen, sich zu einem sicheren erwachsenen Hund zu entwickeln.
Optisch könnte bei Kokkari ein Herdenschutzhund-Anteil mitgemischt haben. Sicher lässt sich das anhand seines Aussehens nicht feststellen, deshalb sprechen wir bewusst nur von einem möglichen Anteil. Herdenschutzhunde wurden über viele Generationen darauf selektiert, selbstständig zu handeln, ihre Umgebung aufmerksam zu beobachten und Entscheidungen auch ohne ständige Anleitung des Menschen zu treffen. Mit zunehmendem Alter können deshalb Eigenständigkeit, Wachsamkeit und territoriales Verhalten deutlicher werden.
Für Kokkari wünschen wir uns daher Menschen, die bereit sind, sich mit den möglichen Eigenschaften eines Herdenschutzhundes auseinanderzusetzen. Ein eher ländliches Zuhause mit ausreichend Platz und idealerweise einem sicher eingezäunten Garten wäre schön. Wichtig sind Ruhe, klare und faire Regeln, Verlässlichkeit und eine Erziehung ohne Härte. Eine positiv arbeitende Hundeschule, gerne mit Erfahrung mit Herdenschutzhunden oder deren Mischlingen, kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein.
Da Kokkari noch mitten im Wachstum steckt und wir seine genaue genetische Herkunft nicht kennen, können wir seine endgültige Größe nicht sicher vorhersagen. Nach seinem Erscheinungsbild schätzen wir ihn derzeit als vermutlich mittelgroß bis groß werdend ein. Wer sich in Kokkari verliebt, sollte deshalb nicht nur den hübschen jungen Hund sehen, sondern auch den erwachsenen Kokkari, der einmal aus ihm werden wird.
Kokkari ist gechipt. Sobald alle Voraussetzungen für seine Ausreise erfüllt sind, reist er mit EU-Heimtierausweis. Er wird nach positiver Vorkontrolle, mit Schutzvertrag und gegen Schutzgebühr vermittelt. Auch über eine geeignete Pflegestelle würde sich Kokkari freuen.
Vielen Dank an seine Namenspatin Tanja, die Kokkari seinen Namen geschenkt hat.
Stand: 03.10.2026









