KORIANDER

KORIANDER

Koriander wartet. Und zwar schon viel zu lange. Seit anderthalb Jahren. Gefunden wurde er als gerade einmal fünf Monate alter Welpe während einer Kastrationskampagne in Săvădisla. Ob er dort ausgesetzt wurde oder sich allein durchgeschlagen hat, wissen wir nicht. Was wir aber wissen ist, dass Koriander seine komplette Kindheit und Jugend in einer Pflegestelle in Rumänien verbracht hat. Er ist dort aufgewachsen, groß geworden und erwachsen geworden, ohne jemals ein eigenes Zuhause kennenzulernen. 

Heute ist Koriander etwa zwei Jahre alt. Ein großer, beeindruckender Rüde mit rund 65 cm Schulterhöhe und etwa 40 kg Gewicht. Er ist ein richtiger Hingucker, stattlich, kräftig und zugleich weich im Ausdruck. Einer dieser Hunde, die Präsenz haben, ohne laut zu sein. Für manche ist Koriander genau richtig, für andere vielleicht zu viel. Wie sein Namensgeber ist er kein Hund für jeden Geschmack, aber für die richtigen Menschen etwas ganz Besonderes. 

Koriander zeigt sich verspielt, neugierig und sehr sozial. Mit anderen Hunden versteht er sich hervorragend, egal ob Rüde oder Hündin. Er liebt Bewegung, erkundet seine Umgebung aufmerksam und bringt dabei eine gute Portion Lebensfreude mit. Gleichzeitig hat er auch eine kuschelige, zugewandte Seite und genießt Nähe, wenn man ihm Zeit gibt. Katzen konnte man bisher nicht testen. 

Da Koriander vermutlich Hüte oder Herdenschutzhund Gene in sich trägt, bringt er Eigenschaften mit, die man nicht unterschätzen sollte. Diese Hunde sind klug, selbstständig, wachsam und treffen gern eigene Entscheidungen. Sie sind keine Hunde für die Stadt, kein Begleiter für ein hektisches Umfeld und auch nicht dafür gemacht, überall dabei zu sein. Koriander braucht Menschen, die ihn lesen können, die Ruhe ausstrahlen, klare Strukturen bieten und ihm Sicherheit geben. Ein ländliches Zuhause mit Platz wäre ideal. Ein Garten wäre schön, ist aber vor allem dann wichtig, wenn er gut gesichert ist und ihm Rückzug und Überblick ermöglicht. 

Es ist davon auszugehen, dass Koriander nur das Umfeld in der Pflegestelle kennt. Stubenreinheit, Leinenführigkeit, feste Routinen und das alltägliche Zusammenleben in einer Familie werden neu für ihn sein. Trotzdem ist Koriander im besten Alter. Die wilde Welpenzeit liegt hinter ihm, die Pubertät klingt langsam ab, auch wenn er natürlich noch dabei ist, sich selbst und seine Grenzen zu sortieren. Genau jetzt ist der Moment, in dem er besonders gut lernen kann. Mit positiver Verstärkung, liebevoller Konsequenz und Geduld wird er sich bestimmt zu einem treuen, verlässlichen Begleiter entwickeln. Eine positiv arbeitende Hundeschule, idealerweise mit Erfahrung im Umgang mit Herdenschutzhund oder Hütehund Mischlingen, kann dabei eine wertvolle Unterstützung sein. 

Was Koriander nie hatte, ist ein eigenes Zuhause. Keine Familie, kein Alltag, kein fester Mensch, der nur für ihn da ist. Und trotzdem ist er offengeblieben, freundlich und bereit, sich zu binden. Und hofft, dass ihn endlich jemand sieht. 

Koriander reist kastriert, gechipt, geimpft, entwurmt und entfloht. Er bringt seinen EU-Heimtierausweis mit und kann nach positiver Vorkontrolle und gegen eine Schutzgebühr von 500 Euro in sein Zuhause reisen. Auch eine Pflegestelle wäre für Koriander ein wichtiger erster Schritt in ein neues Leben. 

Wer gibt diesem besonderen Rüden endlich die Chance, die er sich seit so langer Zeit verdient hat? 

Ein herzliches Dankeschön an Silvie S., die Koriander seinen auffälligen Namen geschenkt und ihm damit eine Identität gegeben hat. 

Stand: 14.01.2026

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