TILLMANN

TILLMANN

Nicht jede Narbe ist sichtbar. Manche entstehen dort, wo Vertrauen verloren geht – und genau diese Narben trägt Tillmann bis heute mit sich. Er stammt aus dem Shelter Suraia, einer Hölle für Hunde, in der sie unter unvorstellbaren Bedingungen leben mussten: isoliert, misshandelt und unterversorgt.

Mittlerweile ist er in unserem privaten Shelter in Fantanele in Sicherheit. Er hat einen geschützten Platz, bekommt Futter und niemand tut ihm mehr etwas an. Aber so sehr wir uns bemühen – eine karge Holzhütte kann niemals ein echtes Zuhause ersetzen. Sie kann ein Anfang sein, ein Ort zum Durchatmen. Aber sie kann nicht die Wärme, die Geduld und die Geborgenheit geben, die ein Hund wie Tillmann braucht, um wirklich anzukommen.

Nähert man sich seinem Zwinger, reagiert der ansonsten durchweg freundliche Tillmann mit großer Unsicherheit. Oft erstarrt er, manchmal zieht er sich auch zurück. Er hat leider gelernt, dass Nähe Gefahr bedeutet und dass man besser unauffällig bleibt, um zu überleben. Dennoch zeigt Tillmann bereits kleine, aber wichtige Signale: Sein Blick weicht nicht aus. Diese vorsichtige Kontaktaufnahme mag für viele unscheinbar wirken, bedeutet für Tillmann jedoch unheimlich viel, denn sie zeigt, dass er sich trotz allem nicht verschließt.

Und genau hier liegt Tillmanns Chance: Mit seinen erst 2 Jahren kann er noch jede Menge lernen und sich weiterentwickeln. Auch wenn ihm vieles heute nicht leichtfällt, bedeutet das nicht, dass es immer so bleiben muss. Deshalb suchen wir für Tillmann einen erfahrenen Menschen mit Herz, der ihn dort abholt, wo er gerade steht. Jemanden, der ihm das Hunde-Einmaleins beibringt und für eine passende körperliche sowie geistige Auslastung sorgt. Ein ruhiges, ländliches Zuhause ohne Druck, mit verlässlichen Strukturen und dem nötigen Verständnis wäre für ihn ein großes Geschenk.

Eine exakte Vermessung steht derzeit noch aus, wir schätzen Tillmanns Schulterhöhe jedoch auf etwa 45–50 cm. Welche Gene in dem hübschen, hellen Rüden mit den markanten Pünktchen auf der Nase stecken, bleibt reine Spekulation. Rein optisch lässt sich einiges vermuten, auch ein paar Anteile eines Herdenschutzhundes in seinem weitläufigen Stammbaum wären möglich. Seine Verträglichkeit mit anderen Hunden konnten wir bisher nicht testen. Im Umgang mit seinem Zwingernachbarn zeigt sich Tillmann jedoch ruhig und unauffällig.

Nach einer positiven Vorkontrolle und der Übernahme einer Schutzgebühr reist Tillmann kastriert, gechipt, geimpft, entwurmt, entfloht und mit einem EU-Heimtierausweis.

Wer schenkt unserem Tillmann ein tolles Zuhause oder zumindest eine Pflegestelle, damit seine traurigen Augen endlich leuchten?

Vielen Dank, Andrea R., dass du seine Namenspatenschaft übernommen hast.

Stand: 13.07.2026